Freiwillige Familienpaten sind ein Beispiel für ehrenamtliche Betätigung in einer lebendigen Nachbarschaft. Sie decken den Bedarf nach neuen familiennahen Beratungsangeboten. Sie sind ein Teil der vielfältigen ehrenamtlichen Unterstützungsservices für Familien und als ergänzendes Angebot der professionellen Arbeit in die Hilfesysteme für Familien eingebunden.

Insbesondere für die Betreuung in den Randzeiten und für die Begleitung von Familien in komplexen Problemsituationen bieten Familienpaten ein niedrigschwelliges Angebot. Die ehrenamtlich Tätigen bringen ihr Erfahrungswissen ein und aktivieren Familien eigenständig tätig zu werden. Familienpatenschaften sind kein Ersatz für professionelle Angebote der Familienhilfe.

Ehrenamtliche Familienpaten:

  • bringen Spiel, Spaß und Spannung in Familienalltag
  • hören zu und nehmen die Fragen der Eltern und Kinder ernst
  • begleiten auf Wunsch zu Behörden, Beratungsstellen
  • unterstützen die Gesundheits- und Bewegungsförderung z.B. motivieren sie Eltern & Kinder die U-Untersuchungen in Anspruch nehmen

Die Aufgaben der ehrenamtlich Tätigen sind vielfältig und orientieren sich an den Bedürfnissen der Familien. Sie sind beratende und begleitende Partner, die Familien unterstützen, den Alltag zu strukturieren und zu bewältigen.

Ehrenamtliche Familienpaten in Sachsen-Anhalt sind Teil der Landesakivitäten im Bereich "Frühe Hilfen". Gemeinsam mit dem Zentrum "Frühe Hilfen" ist die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwlligenagenturen in Sachsen-Anhalt (LAGFA) e.V. für die Projektumsetzung verantwortlich.
Lokale Freiwilligenagenturen und Fachpartner, die im Bereich familienunterstützender Services tätig sind, gewinnen, qualifizieren und vermitteln die ehrenamtlichen Familienpaten.

Inhaltliche Schwerpunkte der modularen Qualifikation, die in einem Modellprojekt des Landes Sachsen-Anhalt u.a. mit dem Roncalli-Haus Magdeburg, der Stiftung Netzwerk Leben und dem Deutschen Kinderschutzbund erarbeitet wurde, sind:

  • Familiensysteme und ihre Dynamik
  • Phasen kindlicher Entwicklung
  • Erziehungsfragen/Erziehungskompetenz
  • Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder und Familien
  • Gesprächsführung und Kommunikation
  • Chancen und Grenzen ehrenamtlicher Betätigung
  • Nähe und Distanz
  • Umgang mit Konflikten
  • Kindeswohlgefährdung
  • Versicherungsschutz im Ehrenamt
  • Rolle von ehrenamtliche FamilienPaten
  • lokale Unterstützungsnetzwerke und professionelle Hilfesysteme

Darüber hinaus sichern die Regionalpartner den engagemenbegleitenden Erfahrungsaustausch und beteiligen sich an landesweiten Fachforen und Thementagen. So sollen bestehende Strukturen dabei unterstützt werden weitere Ehrenamtliche zu gewinnen, zu qualifizieren und bedarfsorientiert zu vermitteln.